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Sonntag, 19. November 2017

Die Mehrheit von 49%

Abteilung: Absolute und relative Mehrheit

Ja, es ist schon ein wenig komplizierter als manche Schlagzeilen suggerieren mögen.

Im ersten Moment mag man glauben, dass die "meisten Deutschen" mehr als die Hälfte ist.
Und ich unterstelle mal, dass diese Schlagzeile, dies suggerieren will.
Besonders die Formulierung 'die meisten Deutschen' ist bewusst irreführend, da man als die Meisten spontan mehr als die Hälfte vermutet.

Es mag Zufall sein, oder auch nicht, dass in diesem Beitrag diese Differenzierung (relative und absolute Mehrheit) nicht erwähnt wird.
Um genau zu sein: Eine relative Mehrheit wäre für eine GroKO beim Scheitern von Jamaika, aber nicht eine absolute Mehrheit.

Genaugenommen heißt das:
WENIGER ALS DIE HÄLFTE, wollen eine GroKo beim Scheitern von Jamaika!

Trotzdem ist dies eine Mehrheit, wenn auch nur eine relative.

Man hätte also auch schreiben können:
"Mehr als die Hälfte wollen keine GroKO, wenn Jamaika scheitert!"
Aber die medial vorgegebene Agenda folgt wohl einem anderen Spin.

Manche mögen dies nicht wissen. Und ich denke, damit spielt diese Schlagzeile.

Denn absolut gesehen, wollen eine MINDERHEIT eine GroKo, falls die Jamaika-Verhandlungen (oder auch genannt eine Schwampel) scheitern.

Aber in unserem Schulsystem wird den wenigsten der Unterschied von einer relativen zu einer absoluten Mehrheit vermittelt. Vielmehr gilt es dort, die Schüler für den Arbeitsmarkt zuzurichten. Da spielen solcher feinen Unterschiede lediglich eine untergeordnete Rolle.

Wieviele von unseren beschulten Heranwachsenden würden unter einer 'Mehrheit' weniger als die Hälfte vermuten?

Dieses Beispiel zielt nicht mal auf 'Fake News'. Es zielt stattdessen auf Manipulation denen gegenüber, die über das Schulsystem nicht ausreichend gegen manipulative Suggestionen dieser Art ausreichend gerüstet sind.

Das kritisch hinterfragende wird weder in allgemeinen Schulen, noch in Berufsschulen, noch im Studium gefördert.
In unserem Bildungssystem geht es nur um Zurichtung auf die eigene Verwertbarkeit.

Und die 'Heute Show' und 'Die Anstalt' lässt uns darüber lachen.

Aber der Aufschrei, gegen unannehmbaren Verhältnissen bleibt leider aus.

Die Mehrheit findet die bestehenden Verhältnisse verbesserungswürdig.
Und das Aufbegehren gegen ökologischen Wahnsinn und der Reichtumsverteilung zu arm zu reich finden fast alle richtig.
Sind 'fast alle' die relative oder absolute Mehrheit?

Und wenn letzteres der Fall ist.
Was ändert das, in einer parlamentarischen Demokratie, in der die CDU die relative Mehrheit hat?
In der die SPD zu einer Hure der Machterhaltung verkommen ist, der ihr ureigenes Klientel mittlerweile scheißegal ist?

Auf die Mehrheiten sei geschissen! Ob absolut, oder relativ!
Bin ich antidemokratisch?
Vielleicht.

Ich nehme jedenfalls war, dass die Bevölkerung gegen ihre Interessen wählt.

Teile und herrsche!

Es scheint immer noch zu funktionieren.

Und gerade die 'Premium-Linken', bspw. Narrenschiffkaptain Charlie (wo ich unter "aussortierte Deppenblogs" als "Ausscheidungen eines Bildungsfernen" geführt werde) die so schlau sind und moralisch erhaben gegenüber anderen Linken, sind lediglich die Erfüllungsgehilfen einer neoliberalen indoktrinierten Spaltung.
Und ausrechnet genau Jene, die mit dem Zeigefinger auf andere zeigen und die vermeintliche >linke< Moral hochhalten, unterbieten sämtliche Niveau-Standards.
Aber Hauptsache, man fühlt sich gut, in der eigenen Selbstgerechtigkeit und Filterblase.

So blöde und systemerhaltend möchte ich mal für 5 Minuten sein, nur um zu wissen, wie sich das anfühlt...

Sonntag, 22. Oktober 2017

Links gegen Links

 Abteilung: Am Arsch, die Waldfee

Man ist unter 'Linken' sicher schnell dabei, dass dies mal wieder die Beschäftigung mit mir selbst ist. Vielleicht Narzismus. Ich ziehe den Schluss, dass was hier in diesem Blog geschieht, auch im Größeren, ja Großen überall woanders auch geschieht.
Ich gebe zu, dass es mir nahe ging, dass man mich als nationalistisch, rassistisch und was auch immer filterblasengesteuerte Linksverteidiger mir vorwerfen wollen.
Alles, was jenseits der Aussage läuft, dass alle kommen sollen, die wollen, macht mich in gewissen Augen zum Rassisten und Nationalisten. Genau diese aber, folgen der Blendgranate von der Links-Ikone Merkel, dass wir das schaffen.
Wagenknecht, Lafontaine, ja und auch ich, machen sich Gedanken darüber, dass die Lasten der Migration auch gerecht verteilt werden. Denn momentan, übernehmen diese - wie gewohnt - die sozial Schwachen.
'Wir schaffen das' ist mittlerweile ein Dogma, welches Merkel in die Welt gesetzt hat, und die selbsternannten Linken ihr mittlerweile willfährig aus der Raute lecken.
Es ist dann mehr als unterkomplex, alle willkommen zu heißen. Im Namen des Sozialismus und der Humanität. Da wird dann gar nicht mehr die Frage gestellt (die Lafontaine - natürlich streng rechts und nationalistisch beantwortet), zu wessen Lasten denn 'Wir schaffen das' gemeint ist und umgesetzt wird.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, jeden willkommen zu heißen.
Nur, ab diesen Punkt muss man dann schon mal weiterdenken.
Wer sorgt für die Integration?
Wer sorgt für die nötigen Sprach- und Alphabetisierungskurse?
Die Integration kostet Geld. Wer kommt dafür auf?
Wird dafür die Vermögenssteuer eingeführt?
Gibt es eine Reform der Erbschaftssteuer?
Eine Reform der Kapitalertragssteuer?

Ich finde es total lächerlich, und sowas von unterkomplex, alle Immigranten hereinzuwinken, ohne sich mit den Lasten der Finanzierung der Integration auseinander zu setzen.

Momentan tragen diese Lasten die Abgehängten, schlecht ausgebildeten.
Für die sind Flüchtlinge Konkurrenten auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt.
Nicht wenige davon werden die AfD gwählt haben.
Eine Auseinadersetzung dazu fehlt mir im Linksspektrum.
Alle AfD-Wähler für Rassisten zu halten greift dann doch zu kurz, aber reicht dann anscheinend für selbsternannt Intellektuelle, ihre Welt ohne Hinterfragung für schlüssig zu halten.
Mittlerweile mutet es anscheinend als nationalistisch an, die Frage der Lasten der Integration mit der sozialen Gerechtigkeit zu verbinden. Die Sorgen und Nöte der Abgehängten wird von den Selbstgerechten schlicht nicht beantwortet - stattdessen beklagen sie einen Zulauf zur AfD.
Gerade hier tut sich ein Solidaritätsanspruch mit den Abgehängten auf, der aber von den Salonlinken nicht wahrgenommen wird. Wer Marx in deren Augen nicht gelesen hat, ist es nicht Wert in den ersten Reihen der Revolution zu kämpfen. Eine Revolution die nie stattfinden wird, weil sie ausgrenzt, statt zu mobilisieren.

Ich freue mich über eine multikulturelle Gesellschaft. Vielfalt, religiös und kulturell begrüße ich.
Aber diese Zuwanderung drückt auch die Löhne (Angebot und Nachfrage) und treibt die Mieten für günstigen Wohnraum in die Höhe (Angebot und Nachfrage).
Dies sind schlicht ökonomische Gewissheiten.
Diese auszusprechen, kolllidiert aber anscheinend mit selbsternannten, über alle Fakten erhabenen Linken.
Die Aussage, das jeder willkommen ist, mag einem viel Beispruch in der linken Szene einbringen.
Ich habe bislang aber wenig Äußerungen wahrnehmen können, wer diese Kosten trägt.

Statt für eine Vermögensteuer, einer Gewinnertragsteuer, einer Reform der Erbschaftssteuer zu plädieren, wird nur mit der rassistischen Keule geschwungen.

Das ist wirklich arm. Das enttäuscht mich unsagbar.

Dieses selbstgerechte Gehabe der Salonlinken, die nur bis zum Tellerrand denken, kotzt mich mittlerweile wirklich an.

Es hat mich lange Zeit aufgeregt, dass ich als rechts beschimpft werde. Weil mir Merkels "Wir schaffen dass" nicht gereicht hatte.

Mittlerweile fühle ich mich in der Anfeindung meiner Person bestätigt.

Ich selbst weiß, wie links ich bin.
Ich selbst weiß, dass ich die Umverteilung von arm zu reich umkehren will.
Ich selbst weiß, dass ich Menschen nicht nach ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion einordne.

Ich bin mittlerweile über eure Anfeindungen erhaben.

Ich finde Euch einfach nur lächerlich und im großem Maße unterkomplex.

Ladet gerne Euren filterbasierten und tellerrandkonformen Bullshit bei mir ab.

Alles, was ihr an Anfeindungen und Unterstellungen zu bieten habt, wird hier freigeschaltet.

Diese ganze Scheiße, ist symptomatisch, warum sich die LINKE gerade selbst zerlegt.

Dummheit, Filterblasen und Unterkomplexizität sind nicht zwingend links, liebe Selbstgerechte.



Zitate:
"Der Duderich mit Katja Kipping und Sahra Wagenknecht an der Selektionsrampe?"

"Solange du unentwegt verdummend rechte Positionen vertrittst, bist du nicht Links gegen Links und wirst dementsprechend auch weiterhin angefeindet.
Deine Einstellung und die diesbezueglich staendigen Angriffe auf Linke zu diesem Thema findet man auch mannigfach auf rechten Seiten.
Wenn du das nicht erkennst bist du dazu zu dumm und wenn du dir dessen bewusst bist nicht Links.
Suchs dir aus."


" Fragt ein bildungsfernbedingt unbewusster Querfrontler?"

" Du blickst schon lange nicht mehr wo du stehst und wurdest auch schon von anderen gefragt, wie oft du dich denn uA. noch auf deiner eigenen Seite peinlich verlaecherlichen willst"


Mittwoch, 11. Oktober 2017

Phänomenolgie

Abteilung: "Du, ich fühle negative Schwingungen..."

Ach, DA ging es ja heiß her.
Nicht immer schön zu lesen, ... aber hat Quote gebracht.

Nein, ich bin nur ein wenig zynisch...

Eigentlich hat mich dieser Post über die Grenzen des eigentlichen Themas hinaus beschäftigt.
Es ist wirklich interessant, was für einen Hass einem manchmal entgegenschlägt. Nein, Hass hat man nicht mal verdient, nur den verkrüppelten Bruder davon: Die Verachtung.


Wenn ich angegriffen werde, dann antworte ich manchmal spontan aus meinen verletzten Gefühlen heraus. Meine Gefühle werden nicht dadurch verletzt, dass ein Kommentator (X) meine Gefühle (Y) verletzt.  Meine Gefühle werden dadurch verletzt, dass man mich so grundlegend missverstehen kann (oder will?).
Dass man mich für rechts halten kann.
Dass man mich für einen Rassisten hält.

Dass man mich überhaupt für einen schlechten Menschen hält.

"Heul doch, Duderich!"

Nein, ich will gar nicht heulen, denn ich sitze hier - den zeitlichen Abstand im Rücken - und betrachte die Situation nun aus einem anderen Blickwinkel.
Der neue, distanziertere, Blickwinkel ist das ganze Szenario ohne meine Person (und der damit einher gehenden Befindlichkeiten).

Natürlich vertrete ich im Folgendem weiterhin immer noch meine subjektive Meinung, aber meine Emotionen sind jetzt weitgehend raus, und dieser Umstand verschafftet mir einen klareren Blick. Mit Zug nach Oben zur Meta-Ebene.

Mich interessiert hier die Phänomenolgie.

Die Kommentare meines letzten Posts nahmen teilweise absurde Züge an (wer hier immer noch mitliest, hat auch das Zeug, sich durch die Kommentare zu kämpfen).
Ich will mich da ausdrücklich nicht ausnehmen.
Aber mittlerweile kann man anscheinend nicht einmal den Ehemann von Wagenknecht zitieren, ohne sich vermeintlich als Rassisten oder Rechten zu outen.
Sicher, La Fontaine ist eine kontroverse Figur.
Aber muss man dann direkt dem Anderen das Links-Sein absprechen, mir Rassismus vorwerfen, weil ich ihn zitiere?
Kann man mal kontrovers diskutieren, und dabei die Kirche im Dorf lassen?

Es gibt mittlerweile im Kielwasser dieses Blogs sogar Kommentatoren, die sich diebisch über Rechtschreibfehler von mir freuen.
Mittlerweile belustigt mich das. Es ist Teil eines Phänomens, welches ich nicht begreife/begreifen will.
 
Ich nehme das war, aber ich begreife es nicht. Kann in dem ganzen Grabengefechten unter den Linken keinen Sinn sehen. Jedenfalls nichts Konstruktives. Gestaltendes.
Auf das Trennende geschaut, statt auf das Verbindende. Wäre schöner andersrum...

Aber ich muss nicht alles verstehen.
Nicht alles verstehen zu wollen, entspannt. Kann ich nur empfehlen...




Nachgedanken:
@jakebaby:
Du bist ein Arschloch. Ich bin ein Arschloch.
Haben wir doch schon eine Gemeinsamkeit!
Lass uns um die Sache streiten, und nicht darum, wer die (metaphorisch gesprochen) dicksten Eier hat.
Wenn wir uns zufällig in einer Kneipe treffen würden, dann würden wir vermutlich erstmal zusammen einen saufen, und uns danach im Hinterhof auf die Fresse kloppen.
Lass uns doch einfach (wieder metamophorisch gesprochen) beim Saufen bleiben.

@Das Murmeltier:
Es wird mir langsam zu blöd, gegen Deine Vorurteile ankämpfen zu müssen.
Keine Grabenkämpfe mehr. Bitte. Schadet der linken Sache und entzweit, anstatt es Kräfte verbindet.
Lass auch Du uns in Zukunft in der Sache streiten.
Aber beiderseitig den Respekt bewahren. Denn das ist die Voraussetzung dafür, um in der Sache zu streiten.



Ich habe oft zu spontan und falsch reagiert. Mein Appell an Euch richtet sich auch an mich.

Ich würde mich gerne weiterhin mit Euch beiden austauschen.

Aber dabei sollte uns doch allen bewußt sein, dass uns folgendes Elementare verbindet:
- mehr Verteilungsgerechtigkeit!
- Menschen, egal welcher Hautfarbe, Abstammung, sexueller Ausrichtung, religiöser Zugehörigkeit, (... oder was sonst noch als 'trennend' aufgeführt werden könnte) sind GLEICH
- Krieg schafft keine Lösungen.
- Wir leben von/mit der Erde. Lasst sie uns so behandeln, und nicht, wie einen Schwamm, den man auswringt.

Ich gehe davon aus, dass ihr das auch so unterschreiben könntet. Und ich hoffe, dass ihr mir glauben könnt, dass o.g. Worte mit Herzblut geschrieben sind.

Dies würde uns (so meine Phantasie) eine Basis gegenseitigen Respekts verschaffen, die zukünftige Diskussionen sicher fruchtbarer machen würden...

Last, but not least:
@ der Doktor:
@Susannah Winter:
@ Art Vanderley:

Bitte weiterhin kommentieren!
Nicht nur ich profitiere davon!
:-)


Übrigens:
Schon vor fast fünf Jahren habe ich bereits ähnliche Gedanken verfasst.
Geändert hat sich diesbezüglich in diesem Zeitraum exakt nix...

Samstag, 30. September 2017

Links - oder Rechts - oder Querfront?

 Abteilung: Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!

"Man dürfe "die Lasten der Zuwanderung über verschärfte Konkurrenz im Niedriglohnsektor, steigende Mieten in Stadtteilen mit preiswertem Wohnraum und zunehmende Schwierigkeiten in Schulen mit wachsendem Anteil von Schülern mit mangelnden Sprachkenntnissen nicht vor allem denen aufbürden, die ohnehin bereits die Verlierer der steigenden Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen sind". Man solle eher, so Lafontaine, den Menschen in den Herkunftsländern helfen."
Quelle

Also, liebe Leser, kotzt euch mal aus!

Ist das links, rechts, oder beides (Querfront)?

Mittwoch, 27. September 2017

und Nahles so: "... ab morgen kriegen sie in die Fresse!"

Abteilung: Nahles macht den Kinski

Es gibt Momente, da wird Der Postillon von der Realität überholt.

Als ich diesen Artikel in der Süddeutschen Zeitung las, rieb ich mir irgendwann verwundert die Augen und schaute noch einmal nach, ob ich nicht doch gerade den Postillon lese.

Dort steht tatsächlich:

Tatsächlich machte Nahles deutlich, wie schnell sie auf Opposition und Angriff umschalten kann. Auf die Frage, wie sie sich nach der letzten gemeinsamen Kabinettssitzung mit den Kollegen von der Unionsfraktion fühle, sagte sie: "Ein bisschen wehmütig - und ab morgen kriegen sie in die Fresse!"
Über Ihre Ausdrucksweise kann man durchaus streiten. Diese neu gewonnene Streitbarkeit der Fraktionsvorsitzenden kann ich ihr aber nicht wirklich abnehmen.

Mal abwarten...


Nachtrag: Mittlerweile rauscht der Blätterwald. In der Google-Suchmaske beim Suchwort Nahles ist der erste Vorschlag "Andrea" und der Zweite, na? Richtig! "Fresse"

Inszenierter Tabubruch um Aufmerksamkeit zu generieren.
Und auch der Duderich fällt drauf rein... :-I

Montag, 25. September 2017

Merkel's Dillema: Der Pyrrhus-Sieg

Abteilung: 'Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder' (Franz Josef Degenhardt)


Der Ausgang der Wahl wird wenige total überrascht haben, wenn sie zuvor die Prognosen studiert hatten.

Sicher, hier und da gab es Abweichungen, aber im Großen und Ganzen gab es keine übergroßen Ausschläge, gegenüber den Prognosen. Was das Ergebnis natürlich nicht besser macht.

Womit wir ziemlich zügig zur AfD kommen.
Die knapp 13% wurden ansatzweise so vorausgesehen, was aber viele nicht davor abhielt nun den Untergang des Abendlandes heraufzubeschwören.
Sicher, es drängen sich da ganz üble Parallelen aus unserer unsäglichen Geschichte auf. Und die hohe Zustimmung zu dieser Partei der Rechtspopulisten erschüttert natürlich grundsätzlich.

Andererseits steht die AfD noch nicht kurz vor der Machtübernahme und Koalitionen mit ihr wird man wohl (zumindest in dieser Legislaturperiode) ausschließen können. Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass bspw. ein dem Rassenwahn verfallener Demagoge wie Sarrazin immer noch Mitglied der SPD ist. Und Mitglieder der Schwesterparteien auch schon ganz üble rassistische Dinger rausgehauen haben.
Deshalb könnte man die Empörung der noch regierenden Parteien durchaus zumindest teilweise als "Haltet den Dieb!"-Rhetorik interpretieren.
Wenn auch schon zuvor öfter konstatiert, bleibt darüber hinaus festzustellen, dass die GroKo durchaus ein fruchtbaren Acker für die AfD bereitet hat. Willfahrig und auflageheischend sekundiert von den Medien.

Nun reicht es nicht mehr aus, zu appelieren, die AfD nicht zu wählen. Nun muss man sich in Debatten mit den Schmuddelkindern auseinander setzen. Das ist sehr unbequem, aber auch der Preis, den die etablierten Parteien nun zahlen müssen. Der Preis dafür, dass sich viele Bürger immer mehr abgehängt fühlen und sich nicht verstanden, sich sogar vielmehr im Stich gelassen fühlen.
Das soll keine Entschuldigung für den großen Zulauf der AfD sein, aber der Versuch einer Erklärung.
Und damit werden sich die Parteien in Zukunft auseinander setzen müssen, und das ist gut so.

Die AfD stört durch ihre nun herbeigewählte Präsenz die Routine der Verwaltung neoliberaler Dogmen. Das einschläfernde Mantra des "Uns geht's doch gut" wurde widerlegt.
Denn ich wage mal die steile These, dass nicht nur Rassisten die AfD gewählt haben, sondern auch viele Abgehängte. Schulz hat mit keinem Wort in seinem Wahlkampf SGB III-Empfänger Hoffnung auf Besserung gemacht. Und derer gibt es viele. Diejenigen, die Die LINKE nicht aufgefangen hat sind bei der AfD gelandet.
Mit Worthülsen alleine und mit einem nicht unterfütterten Geschwafel von "sozialer Gerechtigkeit" wird man diese nicht mehr auffangen können.

Mit der Absage der SPD an eine große Koalition hat die SPD einen ersten Schritt getan.
Die vorgeschlagenen Personalie Nahles als Fraktionsvorsitzende und die Beibehaltung von Schulz als Parteivorsitzender gibt bislang aber nicht Grund zur Hoffnung, dass die SPD mittlerweile endlich mal den Knall gehört hat. Die Übernahme der Verantwortung geht mündlich leicht über die Lippen von Schulz. Der Konsequenz, dass schlechteste Wahlergebnis nach Kriegsende eingefahren zu haben, verweigerte er aber mit seinem Kleben am Parteivorsitz in inkonsequenter, ja realitätsverleugnender Weise.
Die gute alte Steinmeier-Mentalität.

Aber vielleicht braucht es einfach mehr Zeit. Mit Schulz und Nahles wird es jedenfalls vorerst keine Annäherung an Die LINKE geben. Eine politische Alternative mit der Möglichkeit der Umsetzung sozialdemokratischer Wahlversprechen wird zur Zeit immer noch nicht angestrebt. Warum hätte man sie denn wählen sollen, wenn das Ziel eine unrealistische Kanzlerschaft war um die GroKo fortzuführen? Wer hat in der Endphase ernsthaft damit gerechnet?
Wer das Blaue vom Himmel verspricht, braucht sich nicht zu wundern, wenn einem immer weniger ernst nehmen/bzw. nicht auf den Leim gehen.

Man wird abwarten müssen, ob die SPD nicht doch noch einknickt und sich von Merkel für eine Weiterführung der GroKo einlullen lässt. Das ist zugegebenermaßen unwahrscheinlich, aber ich traue dieser Partei mittlerweile so viel Erkenntnisresistenz zu, dass ich es nicht gänzlich ausschließen mag.
Natürlich wäre für Merkel eine Fortführung der GroKo die weitaus komfortabelste Variante gewesen. Die SPD würde weiter ausbluten, und sie muss sich nicht mit einem Sack voller Flöhe wie der Lindner-Posterboy-FDP und den GRÜNEN rumschlagen (Jamaika-Koalition). Hinzu kommt, dass die GRÜNEN gleichsam mit der CSU und der FDP essentiell über Kreuz liegen. Die GRÜNEN müssten sich von zu vielen programatischen Inhalten trennen, was sie durchaus 2021 mit der 5%-Hürde kollidieren lassen könnte. Darüber hinaus droht noch Rabatz von der CSU - in persona Seehofer, der um sein politisches Überleben kämpft und sich daher gegenüber der CDU abgrenzen wird.

Fast noch wahrscheinlicher ist da eine Minderheiten-Regierung. Ich mag mich irren, aber für diese Variante halte ich Merkel zu bequem, weil sie bei jedem Gesetzesentwurf um Mehrheiten werben müsste.

Neuwahlen sind auch eher unwahrscheinlich, weil diese der AfD noch einmal kräftig Wind in die Segel blasen würde.


Das Wahlergebnis kombiniert mit der Absage der SPD an die Weiterführung der GroKo (die ich zuvor fälschlicherweise prognostiziert hatte) lässt mich also ratlos mit folgenden durchgehend unwahrscheinlichen Alternativen zurück:

  • Eine Jamaika-Koalition mit beteiligten Parteien die zuwenig Schnittmengen für eine stabile Regierungsarbeit aufweisen. Ob diese Variante eine Legislaturperiode überdauern würde ist mehr als fraglich.

  • Die SPD bricht ein und laviert sich mit einer Weiterführung der GroKo entgültig in die politische Bedeutungslosigkeit.

  • Eine Minderheiten-Regierung wogegen sich Merkel mit Händen und Füßen wehren wird. Dies hat sie ja auch bereits in der Elefantenrunde angedeutet.

  • Neuwahlen, die die AfD weiter beflügeln würde, was sämtliche anderen Parteien fürchten wie die Pest.


Welche Variante, liebe Leser, haltet Ihr für am wahrscheinlichsten? Beziehungsweise für am wenigsten unwahrscheinlich?

Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten/Prognosen!




Leider nur Satire:
"SPD-Führung übernimmt Verantwortung für Wahl-Desaster und tritt geschlossen zurück"

Samstag, 23. September 2017

Zitat des Tages: Von der Narrenschiffbrücke aus gesehen, ist DIE PARTEI weit rechts.

Abteilung: ... also hart Steuerbord

Es ehrt ja, wenn man Leute jener Gesinnung des 'Herr Karl', alias 'Andre', bekämpft.
Ich selbst lasse das schon lange, und zensiere ihn einfach.
(Wenn ich mich recht erinnere, dann war es der 'Herr Karl', alias 'Andre', den ich bislang überhaupt als Einzigen zensiert habe.)

@: Murmeltier: Übernehmen sie!


Aber der Zweck heiligt halt nicht immer die Mittel:

"Die Partei "Die Partei" ist so unglaublich rechts, dass sie sogar Gehirnamputierte wie Dich in Ruhe und Frieden leben ließe. Ich würde Dich ja in eine psychiatrische Anstalt einweisen, aber ich habe dort zu Deinem Glück nichts zu sagen. ;-)"
(Charlie auf der Brücke beim Narrenschiff beim Navigieren.)
(Hervorhebungen vom Duderich)

Wessen Gehirn aber (so es denn nicht bei einem selbst amputiert ist) lässt einen Die PARTEI als 'so unglaublich rechts' erscheinen??? !
Welche Synapsen versagen da?

"... Ich verstehe dieses Blog weder als "links", noch als "linksliberal" - es (sic!: er!) versucht, schlicht der Logik zu folgen,..."
(Selbstbeschreibung des Blogbetreibers)
(Hervorhebung und Einschub vom Duderich)

Die Logik, die einen zu der Erkenntnis kommen lässt, dass Die PARTEI so 'unglaublich rechts' ist, erschließt sich mir nicht.

Man möge mir das erklären.
Argumente wären hilfreich.



P.S.: Der im weiteren Verlauf des zitierten (an den 'Herrn Karl' gerichteten) Kommentars genannte 'Bildungsferne', respektive 'psychisch Kranke(n)' bin übrigens ich.
Ich werde dort gegen meinen mehrfach ausgesprochenen Willen in seiner Blog-Roll als 'Aufzeichnungen eines 'Bildungsfernen' verlinkt.
Aufgrund meiner psychischen Erkrankung möchte ich auf Seiten wie dieser aber nicht verlinkt werden! Egal unter welchen Namen (hat man eigentlich (k)ein digitales Aufenthaltsbestimmungsrecht?).


"...  oder meinetwegen den "Bildungsfernen", der sich nun endlich - oder auch doch nicht, man weiß das bei psychisch Kranken ja nie so genau - verabschiedet hat, damit behelligen - dort sind Deine schleimigen Auswürfe sehr gut aufgehoben."
(Hervorhebungen vom Duderich)

Obwohl ich Herrn Karl schon seit Jahren zensiere (2013), sind seine 'schleimigen Auswürfe' also bei mir "sehr gut aufgehoben"?

Die PARTEI ist (so unglaublich) rechts..?
Ich bin rechts..?
Und ausgerechnet ich sympathisiere mit Herrn Karl..?

"... versucht, schlicht der Logik zu folgen, ..."


Ich so:

"Häh?"